Warum ist Tequila teuer?

Teuer ist relativ! Verglichen mit der Arbeit, die hinter einem Glas Tequila steckt, ist Tequila preiswert! 

Agavenschnaps ist ein sehr hochwertiger Schnaps, der durch viel Mühe und Aufwand gewonnen wird. Die Blaue Weber-Agave (die einzige Agavenart, die zur Gewinnung von Tequila verwendet werden darf) braucht 8–12 Jahre aufwendiger Pflege um zu reifen.

Nach dieser langen Zeit erntet der Jimador die Agaven in Handarbeit mit einem speziell dafür vorgesehenen Spatenmesser und löst das Agavenherz aus seiner stacheligen Blätterhülle. Von der ganzen Pflanze wird also nur das Herz (die Piña) verwendet. Die Qualität der Piña hängt insbesondere vom Alter der Agave, von der Schnitttiefe sowie von der Anzahl der von einem Pilz befallenen Blattansätze ab; Letzteres senkt die Qualität.

Die Herzen der Agaven, die Seele des Tequila

Die selektierten Agavenherzen werden anschließend geviertelt, in einem Ofen geschichtet und mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen gegart. Der Bau des Ofens (traditioneller Backsteinofen vs. Industrieofen) die Gartemperatur und die Zeit im Ofen sorgen auch hier für ganz unterschiedliche Qualitäten. Das Garen im Ofen macht die an sich weißen Agavenherzen braun und der süße Agavendicksaft tropft heraus.

Auch die unterschiedlichsten Methoden, mit denen die geviertelten, gegarten Herzen nun gepresst werden, haben einen Einfluss auf den Geschmack und sind aufwendig. Die traditionellste Methode erfolgt mithilfe eines 2 Tonnen schweren Mühlsteins aus Vulkangestein, der mit Eseln im Kreis gerollt wird.

Ein traditioneller Mühlstein der mithilfe eines Esels zum pressen der gegarten Agaven-Herzen verwendet wurde

Der Saft und ein Teil des safthaltigen Materials werden zur Fermentierung in große, nach oben offene Bottiche befördert. Diese sind aus Holz oder Stahl. Schon das Material sorgt für Unterschiede, aber auch die Art und Weise nach der die Hefen zugesetzt werden. Einige Hersteller pflanzen unterschiedliche Baumarten in unmittelbarer Umgebung und setzen keine Hefe zu. Die richtigen Hefen kommen über diese Bäume und die Luft in die Bottiche, was als Qualitätsmerkmal gilt. Dies spiegelt sich in der Regel dann auch im Preis wider. Andere Hersteller setzen Hefe hinzu, um den Prozess richtig zu starten beziehungsweise zu beschleunigen.

Fässer aus Holz und Stahl für die Fermentierung des Schnapses

Die zweifache Destillation führt zu Tequila mit einem Alkoholanteil von 55%, der dann mit destilliertem Wasser auf die gewünschte Alkoholmenge verdünnt wird. Diese liegt in der Regel zwischen 36 und 45 Volumenprozent. „Head“ und „Tail“, sprich der erste Teil des Destillats und der letzte, werden hierbei verworfen. Erst dann ist der Prozess abgeschlossen und der Tequila kann abgefüllt werden.

Für minderwertigen Tequila wird an verschiedener Stelle geschummelt. Schließlich muss auch dieser aus mind. 51 % Agavenzucker bestehen. Es wird jeweils nur das Minimum an Zeit für die Schritte verwendet, die Agavenherzen werden mit Stücken der Agavenblättern versetzt, die Agaven werden teilweise nach nur 4-5 Jahren geerntet, bei der Destillation wird „Head“ und „Tail“ als sehr klein definiert, die „Tricks“ sind unbegrenzt. Dennoch ist leicht abzulesen, dass selbst so minderwertig produzierter Agavenschnaps noch viel aufwendiger in der Herstellung ist als ein Korn, der aus Getreide hergestellt wird.

Die viele Handarbeit macht Tequila also teuer.
Wer aber nicht genug investiert und nicht einmal auf das Minimumkriterium achtet (100 %-de-Agave), der bekommt – trotz eines vergleichbar hohen Preises – schlechten Alkohol. Wer hingegen Geld in die Hand nimmt (für Flaschen ab 50 EUR aufwärts), der wird doppelt belohnt:

Denn er bekommt einen Schnaps, der in Geschmack und Qualität seinesgleichen sucht!

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