Wie trinkt man einen Tequila?

Tequila - gesund und gut
Tequila - gesund und gut

Wer hat sie nicht getrunken, die Shots mit – sogenanntem – „Tequila“, Salz und Zitrone. Ein Mexikaner kann da nur mit dem Kopf schütteln. Denn ein echter Tequila wird langsam genossen, zumeist sogar ohne Eis!
Doch fangen wir von vorne an:

Was ist überhaupt ein echter Tequila?

Wir Deutschen sind ja in vielem Weltmeister, unter anderem aber auch im Verbrauch von minderwertigem Tequila. Obwohl nach den USA das Land mit dem zweitgrößten Tequilaimport (über 4 Millionen Liter pro Jahr), gibt es hierzulande keine Marke mit relevanter Bekanntheit, die 100% Agaven Tequila vertreibt; das absolute Minimalkriterium für einen Tequila den man probieren möchte. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Tequila den Du kennst also ein Mixto, zu lediglich 51% aus reinem Agavenzucker und zu 49% aus einem anderem billigen Zucker, wie beispielsweise Rohrzucker. Formal erfüllt er damit die Kriterien sich Tequila nennen zu dürfen, er ist aber nur mit Zitrone und Salz überhaupt runter zu bekommen, von den Kopfschmerzen am nächsten Morgen ganz zu schweigen. Da fragt man sich nur warum eine Flasche dennoch um die 20 EUR kostet!

Tequila wird genossen, nicht geschossen!

Einen guten Tequila genießt man in Mexiko gerne pur:
Ohne Eis in einem Glas, welches an ein nach oben vergrößertes Schnapsglas erinnert. Es nennt sich Caballito. Der Formenvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt. Manche dieser Gläser erinnern sogar an Sektgläser mit langem Stiel und einem Tulpenabschluß. Diese sind besonders für die Qualitätsprüfung zu empfehlen. Der Tequila wird dabei mit einem Schwung an den Glaswänden empor gedrückt und man beobachtet, wie er wieder hinunter perlt. Je langsamer er das tut und je dicker die Tropfen sind, desto besser ist die Qualität. Auch die Geruchsprobe ist hier am elegantesten. Ein Kenner beschnuppert den frisch geschwenkten Tequila vier Mal im Uhrzeigersinn: 12Uhr, 3Uhr, 6Uhr, 9Uhr. Der Geruch sollte zu den Geschmacksaromen passen. Der erste Schluck dient der Vorbereitung – der zweite Schluck bringt erst die ganze Vielfalt der Aromen zutage. Schon daraus ist abzulesen, welch eine Verschwendung es ist, einen guten Tequila als Shot zu „exen“!

Auch in Mexiko werden gelegentlich Salz und Limette (nicht Zitrone) zu Tequila gereicht: Mit dem Salz wird die Limette bestreut und zwischendurch verkostet. Die Geschmacksnerven werden für die feinen Aromen neu sensibilisiert. Das europäische Shot-Ritual hingegen ist eine auf schlechten Tequila angepasste Verballhornung dieser Sitte. Man streut Salz auf den Handrücken, leckt dieses ab, beißt in eine Zitrone und „ext“ den minderwertigen Tequila.
Ich hoffe, Ihr schließt hiermit in Zukunft ab!


Beim Tequilagenuss sollte auch die Art des Tequilas nicht außer Acht gelassen werden:

Ein Blanco Tequila (ungelagert) ist im Geschmack am ursprünglichsten, dafür aber auch besonders stark, ja fast schon rau. Die Agave schmeckt der Kenner deutlich raus. Aromen, die durch die Lagerung in Fässern entstehen, fehlen.
Auch hier gilt: Je milder der Abgang, desto besser!
Für Blanco Tequilas gibt es (noch) die meisten Cocktail Rezepte, da die gelagerten Tequilas erst später entstanden sind. Mexikaner stehen auf Paloma (Blanco mit Grapefruitsaft auf Eis) oder Charro Negro (Blanco mit Cola und Limette auf Eis), während bei uns Tequila Margarita und Tequila Sunrise die beliebtesten Cocktails sind. Einmalige mexikanische Tequila Rezepte findest Du hier, exklusiv von unserem preisgekrönten Star-Barkeeper Pablo aus Guadalajara Mexiko – der Hauptstadt des Tequilas.

Ein Reposado (ein mindestens 2 Monate in Eichenholz Fässern gelagerter Tequila) wird gerne auch im Sektglas serviert und bekommt durch die Lagerung eine leicht goldene Färbung sowie weitere Aromen – je nachdem was für Fässer verwendet wurden.
Tequila wird zumeist in Whisky Fässern gelagert, aber auch Champagner- oder Weinfässer finden Verwendung.

Añejo Tequila muss mindestens 1 Jahr gelagert werden. Ein Cognac Schwenker bringt die feinen Aromen dieser besonders milden Tequilavariation am besten hervor.
Je länger er gelagert wurde, desto dunkler ist er. Auch dies jedoch abhängig von den verwendeten Holzfässern.

Wie trinkt man also einen Tequila?

Genieße langsam, nutze das richtige Glas mit dem dazu passenden Tequila (je länger gelagert, desto offener sollte es sein), verwende Eis, wenn überhaupt, dann nur bei jungen Blanco Sorten oder Cocktails.
Limette und Salz sind nur für die Sensibilisierung Deiner Geschmacksinne da, nicht aber für das Betäuben und Runterspülen von schlechtem Tequila. Tauche mit „100 %-de-Agave-Tequila“ ein in eine Welt, in der sich die Vielfalt Mexikos wiederspiegelt!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here